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BSN und Mofair zum Sondervermögen

27.03.25

Der Bundesverband Schienennahverkehr (BSN), Dachorganisation der Aufgabenträger und der Wettbewerberverband Mofair begrüßen die Grundgesetzänderung für ein Infrastruktur-Sondervermögen, mahnen bei der Politik jedoch auch ein sofortiges entschiedenes Handeln in anderen Teilen der Eisenbahnpolitik an. Die beiden Verbandspräsidenten Thomas Prechtl (BSN) und Martin Becker-Rethmann (Mofair) sagen unisono: „Das Sondervermögen kann ein erster wichtiger Schritt sein, um die Schieneninfrastruktur in Deutschland wieder zukunftsfähig zu machen. Es ist aber nur eines von mehreren Puzzleteilen. Wer die Puzzleteile Regionalisierungsmittel, Deutschlandticket und Fachkräftegewinnung nicht mitdenkt, erhält am Ende kein stimmiges Gesamtbild. Der Blick darauf darf nicht verloren gehen.“

Die beiden Verbände legen daher ein gemeinsames Positionspapier vor, das die weitreichenden Konsequenzen eines Nichthandelns darlegt sowie Lösungsvorschläge aufzeigt. Die wichtigsten Punkte sind: Es braucht eine intakte Infrastruktur für stabilen Eisenbahnverkehr. Mehr Regionalisierungsgelder sichern das Angebot auf der Schiene qualitativ und quantitativ ab. Hierfür braucht es ausreichend Personal bei den Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen. Das Deutschlandticket sichert dauerhaft den einfachen Zugang zur bundesweiten Mobilität.

„Um die gewaltigen Kostensteigerungen, vor allem bei Personal, Energie und Materi-alabfangen zu können, brauchen Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen dringend Klarheit über die künftige Höhe der Regionalisierungsmittel. Ohne eine Steigerung werden Abbestellungen im Angebot sehr bald Realität“, so die beiden Präsidenten. Wenn nicht alle Infrastrukturinvestitionen aus dem Kernhaushalt des Bundes bestritten werden müssen, weil dafür das Sondervermögen zur Verfügung steht, bieten sich bei den Regionalisierungsmitteln möglicherweise neuer Spielraum.

Darüber hinaus sei es dringend erforderlich, Fahrdienstleiter in den Stwellerken künftig der Kategorie „kritische Infrastruktur“ zuzuordnen, um die Daseinsvorsorge und die Mobilität von Millionen Menschen – auch im Streikfall – zu gewährleisten. „Ein kompletter und von fehlendem Personal verursachten Stillstand des Schienenverkehrs bringt hohe volkswirtschaftliche Schäden mit sich“, geben die Verbände zu bedenken. Vom Bund unterstützte Personaloffensiven seien daher nun dringend erforderlich.

Und auch beim Deutschlandticket fordern BSN und Mofair schnellstmöglich Klarheit. „Ohne einen einfachen, günstigen, überregionalen Zugang zum Öffentlichen Verkehr würde eine große Errungenschaft für die Mobilitätswende wieder zurückgeschraubt“, heißt es in dem Papier. Die Verbände schlagen daher vor, das Deutschlandticket für mindestens zehn Jahre „mit einem dynamisierten und nachschusspflichtigen Zuschuss von Bund und Ländern“ festzuschreiben.

„Unser eindringlicher Appell an die künftige Bundesregierung lautet daher: Jetzt bitte nicht zurücklehnen. Wenn wir der Mobilitätswende in Deutschland sowie dem Erreichen der Klimaziele entscheidend näherkommen wollen, dann brauchen wir nun entschiedenes Handeln und tragfähige Entscheidungen. Die Weichen für die Zukunft des SPNV müssen jetzt ganzheitlich, also in allen Bereichen gestellt werden“, so Thomas Prechtl und Martin Becker-Rethmann abschließend.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de