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BDO legt Konjunkturumfrage vor

02.04.25

Die neusten Zahlen und Trendbarometer zur Busbranche liegen vor. In der diesjährigen zwanzigsten bdo-Konjunkturumfrage zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Bereichen Bustouristik, Fernlinie und ÖPNV. Im Segment Touristik setzt sich der Positivtrend des letzten Jahres grundsätzlich fort. Fünf Jahre nach der COVID-19-Pandemie haben die Zahlen sogar das Vor-Corona-Niveau überholt. Die allgemeine Geschäftslage wird von drei Viertel der Befragten als gleichbleibend positiv bzw. sogar günstiger angegeben. Nach den zwei vergangenen Boomjahren konnte nochmals knapp die Hälfte der Unternehmen ihren Umsatz steigern.

„Die sehr gute Entwicklung im Bereich Bustourismus zeigt eindeutig auf, wie sinnvoll und wichtig die Corona-Hilfen in einer Extremsituation wie der Corona-Pandemie waren. Die gezielte Unterstützung der Bustouristik hat dem Busmittelstand durch die Krise geholfen und sichert damit heute vielen Menschen, die sich keine teure Flugreise leisten wollen oder können, das umweltfreundliche Reisen mit dem Bus“, so Christiane Leonard, bdo-Hauptgeschäftsführerin.

Dennoch zeichnet sich eine Abschwächung der Erwartungen ab. Bei allen Kennzahlen – Geschäftslage, Umsatz- und Gewinnentwicklung – ist ein leichter Anstieg negativer Rückmeldungen zu verzeichnen. Im ÖPNV setzt sich der bestehende Negativtrend fort. Die Hälfte der Betriebe berichtet von einer unveränderten Lage und knapp ein Drittel von einer nochmals ungünstigeren Entwicklung. Auch für das Jahr 2025 gehen vierzig Prozent der Betriebe von einer schlechteren Geschäftslage aus.

Als Grund geben die Unternehmen die unzureichende Finanzierung des ÖPNV an. Obwohl die Betriebe hohe Investitionen in die Antriebswende und den Ausbau ihres Angebots tätigen müssen, würden ca. zwei Drittel der Busunternehmen zusätzliche Mittel zunächst für die Erhaltung der Bestandsverkehre einsetzen. Darüber hinaus geben 19 Prozent der Unternehmen an, dass sie in 2025 Teile ihres ÖPNV-Angebots einschränken müssen. Beim Fernbusverkehr zeigt sich ein durchwachsenes Bild.

Für 2025 erwarten 13 Prozent der Betriebe eine günstigere Entwicklung und 38 Prozent eine ungünstigere Geschäftslage. Segmentübergreifendes Kernproblem bleibt nach wie vor der gravierende Fahrpersonalmangel, was die Sonderabfrage nochmals eindeutig belegt hat. Ganze 81 Prozent der Betriebe befürchten, dass die Anzahl der fehlenden Fachkräfte in den nächsten 12 Monaten noch weiter zunehmen wird.

Keine grundlose Befürchtung: Bereits heute ist mehr als die Hälfte des Fahrpersonals über 55 Jahre alt. Die Anzahl der Rentenabgänge und der neu zu besetzenden Stellen steigt daher massiv an. Die Folge: 83 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie die Rentenabgänge nicht mehr nachbesetzen können. Hauptursachen für die unzureichende Nachwuchsgewinnung ist zum einen der in allen Branchen bestehende Fachkräftemangel in Kombination mit massiv erschwerten Berufszugangshindernissen.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de